Ein wichtiger politischer Schritt hin zu einer Gedenkstätte für Holocaust-Opfer

Ein wichtiges Anliegen der Auslandschweizer-Organisation ist definitiv in beiden Kammern des Schweizer Parlaments angekommen: Ständerat Daniel Jositsch (SP, ZH) und Nationalrat Alfred Heer (SVP, ZH) fordern in zwei gleichlautenden Motionen den Bundesrat auf, «einen offiziellen Schweizer Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen». 

Die beiden Parlamentarier decken mit ihrer am 15. März 2021 eingereichten Forderung ein sehr breites politisches Spektrum ab: Ständerat Daniel Jositsch vertritt als Sozialdemokrat die Ratslinke, Nationalrat Alfred Heer zählt zum rechtsbürgerlichen Flügel der Grossen Kammer. Dass sie aus politisch sehr gegensätzlichen Positionen zur gleichen Ansicht gelangen, verleiht ihrem Anliegen zusätzliches Gewicht.

Laut Heer und Jositsch soll der Gedenkort die Erinnerung an die Schrecken des Holocaust wachhalten und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaat stärken. Wann die beiden Motionen im Ständerat und im Nationalrat behandelt werden, ist noch offen.

Die Auslandschweizer-Organisation fordert bereits seit 2018 eine solche Gedenkstätte. Aus ihrer Sicht ist die Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus gerade auch aus schweizerischer Perspektive bedeutsam, weil zahlreiche Auslandschweizerinnen und -schweizer in den Konzentrationslagern der Nazis den Tod fanden. Aus heutiger Sicht erscheint zudem das Verhalten der Schweizer Behörden während der Kriegsjahre als zum Teil sehr befremdlich: Viele Leben hätten gerettet werden können, wenn sich die Schweiz mutiger und mit mehr Nachdruck für den Schutz ihrer bedrohten Landsleute im Ausland eingesetzt hätte. Die Erinnerung an die Gräuel des Holocaust ist aus schweizerischer Sicht somit auch ein Erinnern an das Tun und Lassen damaliger Schweizer Behörden und Diplomaten. 

Aus Sicht der Auslandschweizer-Organisation ist es schliesslich wichtig, nicht nur ein Denkmal zu schaffen, sondern dieses auch mit einem Bildungsangebot zu verbinden. Damit soll ein Beitrag für Menschenrechte und gegen Diskriminierung und Rassismus geleistet werden.

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